Medienprojekte der BA-Studierenden im 2. Fachsemester aus dem Sommersemester 2018

Da Lernen und Bildung immer auch Anwendungsräume unter Berücksichtigung der individuellen Lernfähigkeit, Lernweise, Lebensweisen, Interessen, Motivationen und Erfahrungen der Lernenden brauchen, entwickelten unsere BA-Studierenden des zweiten Fachsemesters im Sommersemester 2018 im Modul „Medienkommunikation und Medienbildung“ eigene medienpädagogische Projekte. Ausgangs- und Reflexionsgrundlage waren der Ansatz Handlungsorientierter Medienpädagogik und Wolfgang Klafkis Bildungstheorie, welche u.a. die gesellschaftlichen Schlüsselprobleme als wichtigen Auseinandersetzungshorizont für gegenwartsbezogene sowie zukunftsorientierte Bildungsprozesse bestimmt.

Mit dem Fokus auf die von den Studierenden recherchierten und diskutierten, aktuellen gesellschaftlichen Schlüsselprobleme in digitalen Gesellschaften entstanden medienpädagogische Projekte zu folgenden Themen: Stereotype, Diskriminierung, (Cyber)Mobbing, Psychische Gewalt im Alltag, Doing Gender, sexualisierte Gewalt gegen Frauen, Homophobie und Transphobie, Selbstliebe, Krieg und Frieden.

Die Studierenden arbeiteten mit folgenden Medien: Blog, Action Bound, Film, Foto, Audio, Instagram, digitalgestützte Musikproduktion, Lebendige Bibliothek, Computerspiele, „lebendige Bibliothek“.

Die Ergebnisse einiger Projekte können Sie hier einsehen:

Leitung des Seminars und Kontakt:

Sandra Rabe-Matičević, Dipl. Päd.
Tel.: +49 (0) 381 498 2669
sandra.rabe-maticevic@uni-rostock.de

Stefanie Veith, M.A.
Tel.: +49 (0) 381 498 2669
stefanie.veith@uni-rostock.de

Film „30. Juni 2017“

Film „30. Juni 2017“

Hass ist keine Meinung

Auch wenn am 30. Juni 2017 die sogenannte „Ehe für alle“ vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde, sind homo-, bi- und transsexuelle Personen weiterhin von Ablehnung und Diskriminierung betroffenen, wie aktuelle Studien zeigen.

Momo Dinse, Wiktor Pajaczkowski, Felix Morawetz und Patrick Müller wollen mit ihrem Film aufklären, aktuelle Zahlen und Fakten präsentieren sowie Betroffenheit auslösen. Zudem wird die und der Rezipient*in abschließend aufgefordert, sich klar gegen Trans- und Homophobie als Form von Menschenverachtung zu positionieren.

Song „rosablau“

Song „rosablau“

Song "Rosablau"

Alle Mädchen lieben rosa und spielen mit Puppen? Alle Jungs lieben blau und spielen mit Autos? Ist das wirklich so?

Michaela Band, Mariele Baudert, Annabell Héléne Glomke, Carolin Haase, Felix von der Mühlen und Helene Schulz beschäftigen sich in ihrem medienpädagogischen Musikprojekt und exemplarisch entwickelten Song mit den Geschlechterklischees und der daraus entstehenden sozialen Ungleichheit. Ergebnis ihrer Arbeit ist ein didaktisches Projektkonzept, welches in Schulen und anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt werden und für das Thema der sozialen Konstruktion der Geschlechternormative („Doing Gender“) sensibilisieren und zur Reflexion und Selbstbestimmung anregen möchte. In mehreren Workshops und AG’s soll das Thema den Heranwachsenden ab ca. 10 Jahren im Prozess der Musikproduktion – etwa dem Songwriting oder digital gestützten Musik-Composing – zugängig gemacht werden. Der von der Studierendengruppe komponierte Song steht hierbei als exemplarisches Ergebnis für ein mit Kindern und Jugendlichen umgesetztes Projekt handlungsorientierter Medienpädagogik.

„Snow White" – Ein Blog zum Thema Sexualstraftaten und sexuelle Belästigung

„Snow White" – Ein Blog zum Thema Sexualstraftaten und sexuelle Belästigung

Homepage "Snow White"

Bestärkt durch die #me too-Debatte und aktuelle Studien beschäftigen sich Ann-Marie Lange, Vivian Röhl und Jacqueline Hochbaum mit dem Thema der sexualisierten Gewalt gegenüber Frauen. In einfacher Sprache richten sie sich mittels ihres Blogs an Mädchen und junge Frauen, die selbst betroffen sind oder die sich über das Thema informieren wollen. Der Blog soll einerseits Betroffene empowern und Austausch ermöglichen. Andererseits wird auf Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten hingewiesen.

Der Blog ist zu finden unter: http://miss-snowwhite.simplesite.com

Instagram Foto-Story „cyber_attack”

Instagram Foto-Story „cyber_attack”

Instagram Foto-Story “cyber_attack”

Instagram Foto-Story „cyber_attack”

Janika Schimmel, Lea-Marleen Guse, Marie-Lynn Klepaczewski und Jessica Müller beschäftigten sich mit der Frage: Wie kann Cybermobbing vorgebeugt werden und welche Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Betroffene? Mit ihrer Instagram-Fotostory möchten Sie auf das Thema Cybermobbing aufmerksam machen, für die Folgen der Betroffenen sensibilisieren, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen sowie nicht direkt vom Mobbing betroffene Personen zum Eingreifen motivieren.

 

Audio-Collage „LebensWert“

Audio-Collage „LebensWert“

"Lebenswert"

Jacqueline Dubberke und Henning Helms versuchten den essentiellen Werten im Leben nachzuspüren und befragten dazu Menschen verschiedener Altersgruppen und in unterschiedlichsten sozioökonomischer Positionen, angefangen von Kindergartenkindern, über international agierende Topmanager bis hin zu pflegebedürftigen alten Menschen, die im Seniorenheim wohnen.

Die Ergebnisse ihrer Befragung, welche zum Nachdenken über die eigenen Werte im Leben anregen soll, zeigen eine zum Teil überraschende Nähe der in verschiedenen Lebenswelten lebenden Befragten. Sie wurden in einer Audio-Collage zusammengestellt.

Actionbound-App „A tricky story“

Actionbound-App „A tricky story“

"Actionbound"

Auch wenn Mobbing an den Schulen unbestritten ein sehr altes Phänomen ist, gewinnt es insbesondere in den leistungsorientiert zugespitzten schulischen Konkurrenzkulturen, zumal im Zeitalter des Aufwachsens in mediatisierten Lebenswelten, schwer identifizierbare Entfaltungs- und Manifestationsräume, was es gegenwärtig zu einem der brisantesten Probleme im Schulalltag macht.

Mit ihrer App „A tricky story“ wenden sich Sandrine Angeli, Eve-Mareen Harcks, Lisa Lemanczyk, Sarah Naß, Wiebke Sitterlee und Emma Zawadzki in sensibilisierender und aufklärerischer Absicht an die Zielgruppe der jungen Menschen am identitätskritischen Übergang zwischen der Kindheits- und der Jugendphase. Entlang einer interaktiven Reise durch eine fiktive Mobbinggeschichte, welche als Spiegelung sowie als Gesprächsgrundlage angedacht ist, geben sie Einblicke in die Gefühlswelt eines Mobbingopfers und zeigen exemplarische Handlungsoptionen sowie deren mögliche Konsequenzen auf, die sich zur (Mit)Täterschaft oder zur Mobbingabwehr entwickeln können. 

Die App kann unter https://actionbound.com/bound/mobbingapp2018 aufgerufen und durchgespielt werden.

„Behind the Shadow” – Ein Videobeitrag zur Hinterfragung von Stereotypen

„Behind the Shadow” – Ein Videobeitrag zur Hinterfragung von Stereotypen

"Behind the Shadow"

Um der Komplexität der Welt und der auf uns einwirkenden Informationen begegnen zu können, bedient sich die Wahrnehmung mitunter des Reduktionsmechanismus durch Stereotype. Wenn diese jedoch im sozialen Kontext  als unhinterfragte Grundlage von Einstellungen und Handlungen wirken, führen sie zur Bildung von Vorurteilen und Diskriminierung. Mit ihrem Videobeitrag „Behind the Shadow“ konzipieren Miriam Leddin, Angelo Möbius, Jessica Krohn und Franziska Schmidt eine niedrigschwellige Einladung, „die Schubladen offen zu halten“ und einen zweiten Blick auf die Individuen hinter den, mitunter in skandalisierender Weise medial vermittelten, „Bildern“ von stereotypisierten Personengruppen zu wagen.

„Lebendige Bibliothek“

„Lebendige Bibliothek“

"Lebendige Bibliothek"

Stefan Arnold, Paul van Heyden, Devin Kindt, Ronja Schünemann und Thomas Jerome Zerez nutzen das außergewöhnliche Konzept, um Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung zu begegnen: Das Medium „Buch“, in welchem mitunter individuelle Lebensgeschichten erzählt werden, erfährt in der „lebendigen Bibliothek“ eine „Verleiblichung“. Der Körper einschließlich seiner Ausdrucksweise durch Sprache, Gestik und Mimik wird hier in szenischer Weise von den Protagonist*innen als „lebende Bücher“ als primäres Medium menschlicher Begegnung und Kommunikation gezielt eingesetzt, um biographische Geschichten Ausgegrenzter zu erzählen. Dabei bewegt sich diese „Bibliothek“ in aufsuchender Weise und mit dialogischer sowie präventiver Absicht auch zwischen den weitgehend „geschlossenen“ sozialen Räumen, für die es in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung bislang noch wenige Dialogformate gibt.

„Krieg und Frieden“ als Lebensalltag – Eine Foto-/Screenshot-Story

„Krieg und Frieden“ als Lebensalltag – Eine Foto-/Screenshot-Story

Die gegenwärtig dreistellige Zahl der mit Waffengewalt weltweit ausgetragenen politischen Konflikte sowie deren Auswirkungen und mediale Rezeption im „Friedensalltag“ fernab von Krisengebieten sind für die Projektgruppe von Georg Kirstein, Kathleen Leonhardt, Gerrit Lühmann und Miriam Rettelbach dringende Motive der medienpädagogischen Auseinandersetzung mit diesem epochaltypischen Schlüsselproblem unserer Zeit. Um das Leben einmal mit den Augen der Betroffenen sehen zu können, bezieht das Konzept ein mehrfach ausgezeichnetes Reality-Game ein und stellt zielgruppennahe Alltagsfragen wie Essensbeschaffung, Schulweg oder Unterricht in den Mittelpunkt der Reflexionsarbeit. Es kann als dreitägiges pädagogisches Setting mit älteren Schüler*innen, etwa im Rahmen schulischer Projekttage ausgestaltet werden.