Zusätzliche Downloads zu den Fallanalysen

Zusätzlich zu den im Buch „Als Moslem fühlt man sich hier auch zu Hause“ erschienenen Fallanalysen finden Sie hier weitere Fallportraits muslimischer Jugendbiographien sowie ausführliche Sequenzanalysen, die im Rahmen des Forschungsprojektes entstanden sind. Mit einem ‚Klick’ auf die farbig unterlegten Fallüberschriften können Sie diese Analysen als PDF-Dokument herunterladen.      

III. Biographien junger Muslime – eine Typologie

1. Säkularisierter jugendbiographischer Verselbständigungsprozess (Typ 1)

a) Säkularisierter Verselbständigungsprozess mit westlich-expressivem Bildungs- oder Szenemoratorium 
„Ich bin nicht das typische Mädchen“ – Die HipHop-begeisterte Fußballerin Sherin 
„Für mich war es immer wichtig, das eigene Ding durch zu machen“ – Tarik, der Buchhalter in der HipHop-Szene
Zusätzlicher Download: „Ich hab immer schon von kleinauf gesagt, du willst was anderes, als das was jetzt ist.“ – Farida, die Selbstbehauptung einer Außenseiterin

b) Säkularisierte interkulturell-polyglotte Bildungsbiographie
„Komischerweise sind jetzt meine engsten Freunde eher Deutsche“ – Die junge Exil-Iranerin Chelowise 

c) Säkularisiert-assimilierte Jugendbiographie
„Ich habe mich sehr integriert in diese Kultur. Sehr! So, dass man mir nachsagt, du bist mehr deutsch als Perser“ – Der kreativ-weltoffene Basim

2. Bikulturelle Identitätsproblematik (Typ 2)

a) Kritische Selbstvergewisserung über die kulturelle Identität
„Meine Eltern haben immer versucht, mir einzureden, dass ich ’n Moslem wäre.“ – Der säkulare, politisch-engagierte Esim
Zusätzlicher Download: "Zwei Kultur`n . is halt auch `n Vorteil" - der bikulturell-orientierte Rockmusiker Firat

b) Weibliche Selbstbehauptungsmuster gegenüber einer traditionellen Frauenrolle
„Disco ist was für Schlampen“ – Gülüzar, die traditionskritische Alevitin mit enger Familienbindung
Zusätzlicher Download: Sequenzanalyse und Biographischen Gesamtformung von Gülüzar 

c) Konflikthafte, selbstbehauptete Identitätsbildung gegenüber dem Migrantenmilieu 
„Ich seh mich als Freiheitskämpfer (...) für Schwule (...) in meiner Gesellschaft, in meinem Umfeld“ – Der junge schwule Kurde Dara
Zusätzlicher Download: „Als ausländisches Mädchen wächst de ja so auf, deine Ehre, deine Unschuld“ – Mercedes, die provokant-individualistische Lesbe

d) Konflikthafte, bikulturelle Identitätsbildung zwischen Mehrheitsgesellschaft und ethnischem Herkunftsmilieu 
„Wenn isch hier sitze, möscht isch nisch auf’n 80er, dann möscht ich auf’n 100er gucken.“ – Der arbeitslose Emre

3. Re-Islamisierung im Gefolge der Adoleszenz (Typ 3)

a) Re-Islamisierung im Kontrast zum Elternhaus
„Als Moslem fühlt man sich hier auch eigentlich zu Hause“ – Farad, der türkische Moscheevorbeter aus sozialdemokratischer Familie

b) Re-Islamisierung nach expressiver Jugendphase
„Irgendwie ein Leben der Extreme“ – Cihat, der hedonistische Diskogänger aus konservativer Moscheegemeinde
„Das Problem ist ja, als Gläubiger hat man keine eigene Meinung (lachen)“ – Ramin, Fußballer, HipHopper und Islamist 

c) Re-Islamisierung nach biographischer Problemlage 
„Wenn du jetzt HipHop machst und Kopftuch trägst, das is ja (.) schon fast pervers.“ – Subaia, die emanzipierte Rapperin aus einer politischen Palästinenserfamilie
Zusätzlicher Download: „Von Marxist, bis zu . Feminist, bis zu . Islamist. Alle machen ihre Entwicklung durch.“ – Der sozialdemokratisch-schiitische Islamist Arian

4. Islamisch-selektiv modernisierte Jugendbiographie (Typ 4)

a) Islamisch-traditionale Jugendbiographie
„Voll streng, mein Leben, immer traurig, immer heulen“ – Tülin, die sozial benachteiligte Schülerin aus traditionell-konservativem Milieu

b) Traditionale Jugendbiographie mit partiellen religiösen Orientierungen
„Das Größte, was für ein Moslem bedeutet, ist ne Ehre“ – Der traditional-religiöse Durmaz mit delinquenter Jugendbiographie

c) Islamisch-traditionale Jugendbiographie mit Individualisierungstendenzen
„Kind, es gibt auch noch diese Welt. Nicht nur die deutsche Welt, in der wir jetzt leben.“ – Songül, die traditional-religiöse Bankangestellte

d) Individualisierte Neo-Muslima mit erfolgreicher Verselbständigung 
„Ich bin ohne Kopftuch in die Sommerferien und bin mit Kopftuch aus den Sommerferien rausgekommen“ – Die soziale und religiöse Ehrenamtlerin Lale aus traditional-proletarischer Familie 
„Mein Vater erwartet von mir, dass ich eine gute Muslimin bin, mit Karriere“ – Die emanzipierte Kopftuchträgerin Polyana 
Zusätzlicher Download: „Ich bin eine deutsche Muslima mit syrischem Hintergrund“ – Amira, religiös engagierte Verbandsaktivistin und Medizinerin